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Mustergültig

Ein Salzkammergut-Muster

Die Zeit ist „reif“, so hat das Hand.Werk.Haus Salzkammergut befunden. Reif für die Erweiterung des Trachtenkomplexes um ein neues Element. Ein Element, das für den Zugang des Salzkammergutes zum Thema Tracht steht, der da gerne und gekonnt sogenannt „Traditionelles“ mit sogenannt „Zeitgenössischem“, um nicht zu sagen „Modischem“ kombiniert: das Salzkammergut-Muster ist da! Ein Muster, das ein schönes Breitband an Kombinationsmöglichkeiten erlaubt und der Tracht ebenso gut steht wie der Mode. Trag-bar eben.

Ursprungsbestimmung

Der „Musterbestimmung“ gingen recht zeitintensive Recherchen in der bibliophilen Museumswelt voran, die zumeist lediglich Fragmentarisches zu Tage fördern. Fündig wurden wir bei den „Holzgraveuren und Druckformenherstellern für Vorsatz- oder Schmuckpapier”, die seit der flächendeckenden Anwendungder Buchdruckkunst ein relativ unspektakuläres und eingeklemmtes Dasein zwischen den schweren Buchdeckeln der Weltliteratur fristen.

Es sind Muster und Formen, die hier in der Mitte Europas entstanden sind und faktisch vergessen wurden.

Diese Verortung in Mitteleuropa ist die Quintessenz des Salzkammergut-Musters, denn vielfach ist dem europäischen Geist der Gegenwart entfallen, dass Farbenpracht und Musterkultur beileibe nicht die große Stärke der Europäer waren. Vielmehr tümpelten sie diesbezüglich in farbloser Unwissenheit vor sich hin, um bei Ankunft der Handelsschiffe aus Indien und dem Orient angesichts farbenprächtiger Indiennes und anderer aufwändiger Textilien in wahre Begeisterungsstürme zu verfallen. Die Inputs aus dem asiatischen Raum und der Levante haben die Gewandung der Europäer nachhaltig beeinflusst und verändert und sind das farb- und musterstilistische Fundament unserer heutigen „Tracht“.

Worin die Europäer jedoch richtig gut waren, und zwar schon ab dem 16. Jahrhundert, das waren Buchdruck, Gestaltung der Bucheinbände, Vorsatzpapiere etc.

Nun, eines dieser alten „mitteleuropäischen“ Muster haben wir ans Licht geholt. Das Original entstammt einem Holzschnitt aus dem 16. Jahrhundert und dürfte im salzburgisch-bayerischen Raum entstanden sein.

Es folgten aufwändige Neuzeichnungen und Interpretationen, um das Muster rapportfähig und druckfertig zu Papier und auf Stoff zu bringen. Möglichst „unverbraucht” sollte es sein.

Mitwirkende

Die Mitwirkenden entstammen dem Verein Hand.Werk.Haus Salzkammergut.

Der Grafiker und Gestalter Jörg Hoffmann hat das Muster recherchiert, „gehoben“ und aufbereitet. In Zusammenarbeit mit den Handwerksmeister*innen des HAND.WERK.HAUS Salzkammergut wurde das Muster wachgeküsst. So ist eine erste, kleine Kollektion als Bluse/Hemd, Kleid, Dirndlschürze, Rucksack, Strohhut, Gilet und eine kleine Produktserie aus Papier entstanden, die wir nun als Salzkammergutmuster-Kollektion vorstellen und etablieren möchten.

Hemdenmacher Valentin/Schärding, Maßschneider Haselnus/Altaussee, Schuhhaus Zaisenberger/Bad Aussee, Bittner Hüte/Bad Ischl passen das Muster perfekt an, damit es die Blicke wohlwollend auf sich zieht, ohne dabei aufdringlich zu sein – wie die Tracht eben ist.

Idee: Agentur Traktor41

Vorlagendesign: Grafik / Jörg Hoffmann

Umsetzung: Hemdenmacher Valentin